ZU/HÖREN

„Zuhören ist die stille Supermacht der Kommunikation“ (Bernhard Pörksen)

Diese Aussage des Tübinger Kommunikations- und Medienwissenschaftlers Bernhard Pörksen macht mit wenigen Worten auf die große Bedeutung des Zuhörens aufmerksam. Sie erklärt das Zuhören zu einem Schlüsselmoment der Kommunikation, etwas, das die meisten von uns aus der Alltagserfahrung wahrscheinlich gut nachvollziehen können. Doch dieses „gute“ Zuhören wird heute im zwischenmenschlichen Umgang zunehmend und oftmals geradezu schmerzlich vermisst. Vielen erscheint das Zuhören daher als gesellschaftliche Mangelware. Erleben wir, dass uns jemand einmal „richtig gut“ zuhört, nehmen wir das dann vielleicht als Ausnahmeerscheinung und weniger als Selbstverständlichkeit wahr. Doch was heißt es eigentlich, richtig und gut zuzuhören und – vor allem – können wir es lernen?
Nun, die gute Nachricht ist: Wir müssen das Zuhören nicht „lernen“, wir alle können es bereits sehr gut! Sonst wären wir nicht des Wortes, der Sprache und der Schrift mächtig. Aber mit dem Zuhören „richtig gut“ umgehen, es also hilfreich, geschickt und klug einzusetzen, darüber können wir noch einiges Neue lernen!

... UNDER CONSTRUCTION

under construction ... was kann das heißen? Es macht darauf aufmerksam, dass Kommunikation immer etwas Unfertiges, aber auch etwas sehr Veränderliches, Vielschichtiges und Fragiles ist. Das liegt daran, dass Kommunikation – entgegen der landläufigen Vorstellung – kein Vorgang der Übertragung, sondern ein Vorgang der Konstruktion ist. Das bedeutet, wir übertragen keine Informationen, Botschaften oder Wissen, sondern wir konstruieren Sinn und Bedeutung, jede*r auf seine ganz eigene, individuell gelernte Art und Weise. Deswegen ist es oftmals auch so schwer, eindeutig zu kommunizieren. Und damit verändern sich nun die Herausforderungen, aber auch die Möglichkeiten der Kommunikation ganz enorm. Gleichzeitig erscheinen völlig neue Hebel, mit denen wir auf Verständigungsprozesse Einfluss nehmen können.